Wie alle Alpengletscher zeigt auch der grösste Gletscher Graubündens, der Morteratschgletscher, bedenkliche Massenverluste. Dieser grosse Süsswasserspeicher, welcher in sommerlichen Hitzeperioden für die Gewässernetze eine wichtige Rolle spielt, ist in Gefahr. Es ist noch nicht absehbar, welche Bedeutung die schwindenden Gletschermassen für die zukünftige Trinkwasserversorgung der Schweiz haben, doch im Herbst 2015 gab es infolge andauernder Trockenheit bereits einige Gemeinden oder auch Hütten des Schweizerischen Alpenclubs, die Mühe mit der Wasserversorgung bekundeten. Gleichzeitig verliert damit das ganze Land auch wichtige touristische Attraktionen.

MortAlive Projekt

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Morteratsch1850

Was bisher geschah


Seit dem letzten Hochstand um 1850 hat der Morteratschgletscher 2.8 km an Länge verloren.


2018 umfasste er eine Fläche von ungefähr 7.5 km2,

dies entspricht 1050 Fussballfeldern.


Die Masse betrug ohne Persgletscher 1 Millliarde Tonnen.

In den letzten 20 Jahren verlor der Morteratsch jährlich

durchschnittlich 44 m an Länge.

Seebildung

Folgen der Gletscherschmelze


1) Verlust von Wasserspeichern, die in trockenen Gebirgsregionen existenziell sind (Himalaya, Anden).


2) Abnehmende Wasserspenden in den grossen Flusssystemen

während trockener Hitzeperioden.


3) Neubildung von ausbruchgefährdeten Seen.

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Schnee als Gletscherschutz


Schnee bewahrt das darunter liegende Eis gut vor der Schmelze, denn er reflektiert die einfallende Sonnenstrahlung.


Solange Schnee auf dem Eis liegt, ist dieses vollständig vor dem Schmelzen geschützt.


Produziert man im Verlauf des Jahres mittels Schmelzwasser-Recycling so viel Schnee, dass die beschneite Fläche im Sommer nicht mehr ausapert, könnte man den Gletscher verlässlich vor dem Schmelzen schützen.


Schnee lässt sich heute dank einem neuen Schweizer Patent bei über 20 bar Wasserdruck ohne den Einsatz von elektrischer Energie herstellen (NESSy ZeroE).

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Benötigte Infrastruktur


Modellrechnungen und einem Klimaszenario mit 0.022 °C

Temperaturanstieg pro Jahr zufolge reicht es, eine Fläche

von 0.8 km2 während des Sommers jedes Jahr schneebedeckt zu halten, damit der Morteratschgletscher nach 10 bis 15 Jahren nicht mehr kürzer wird.


Das dazu benötigte Wasser könnte von einem höhergelegenen Schmelzwassersee stammen.


Ein neuartiges Beschneiungssystem, ein sogenanntes

Schneiseil, würde den Schnee direkt über dem Gletscher

produzieren und auf der gewünschten Fläche verteilen.

Die Gletscherpflege mit Schnee aus Schmelzwasser- Recycling könnte langfristig Lebensgrundlagen sichern, Migrationsströme verhindern

und Konflikte vermeiden.

Weltkarte

Die rot eingefärbten Flächen markieren kühle

Trockengebiete, wo die Gletscherpflege mittels

Beschneiung klimatisch möglich wäre.

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Fotos: Christine Levy